Ausschreibung/Open Call: Kunst-Kontext-Förderung (KKF)

Ein Förderprogramm von „Wem gehört die Kunst?“ – www.wemgehoertdiekunst.de

Das Netzwerk-X, der Ringlokschuppen Ruhr und Urbane Künste Ruhr suchen Strukturen, die mit Kunst umgehen – Kunst-Kontext-Strukturen (KKS) und Künstler_innen-Gruppen aus der freien Szene im Ruhrgebiet.

Im Rahmen unseres Projekts „Wem gehört die Kunst?“ entwickeln wir ein neues Fördermodell, welches ermöglichen soll, kontinuierliche Arbeitsstrukturen für künstlerische und sozial-kulturelle Praxen nachhaltig zu finanzieren, statt nur kurzfristige Projekte zu fördern. Wir wollen bis Februar 2018 beispielhaft Arbeitsstrukturen im Ruhrgebiet fördern, dies gemeinsam auswerten und auf dieser Basis dem Land NRW einen Vorschlag machen: Damit Kunst und Kultur im Ruhrgebiet gedeiht, braucht es finanzielle Förderung für Kunst-Kontext-Strukturen!

Was sind Kunst-Kontext-Strukturen?

Einfach gesagt: Es sind strukturelle Voraussetzungen, die künstlerische Produktionen in der Regel erst ermöglichen. Darunter fallen Sach-Mittel (wie Raummiete, Heizung, Anschaffungen etc.), Personalkosten und Kosten für organisatorische und kommunikative Arbeiten. Selbstverwaltete Mittel zur Honorierung künstlerischer Arbeiten gehören auch dazu.

Was wollen wir erproben …

Eine Strukturförderung, wie wir sie konzeptionell entwickeln, können wir im Rahmen unseres temporären Kunstprojektes nicht vergeben. Aber wir wollen verschiedene Elemente einer solchen exemplarisch erforschen, indem wir bestehenden Kunst-Kontext-Strukturen in je spezifischer Weise Veränderungen und idealerweise Verbesserungen ihrer Kunst-Kontext-Praxis ermöglichen. Die Förderungen dienen also als Beispielprojekte auf Mikroebene für unsere Arbeit am neuen Fördermodell. Aus ihnen ziehen wir gemeinsam Schlüsse zur Realisierung unserer kulturpolitisch zu erstreitenden Idee.

Gleichzeitig wollen wir die Kunstproduktion nicht aus den Augen verlieren und fördern konkrete künstlerische Produktionen als Teil der Erprobung des neuen Förderprogramms. Denn durch die Stärkung von Kunst-Kontext-Strukturen soll schließlich auch Kunst gefördert werden.

… und fördern?

Welche – hier erst nur temporäre – Förderung kann Eure Kunst-Kontext-Struktur verbessern? Dies können Bezahlungen für Strukturarbeit sein, die sonst ehrenamtlich geleistet wird oder bisher gar nicht erfolgen kann. Oder die Bezahlung von Kosten für Rahmenbedingungen, die Euch sonst davon abhalten, frei zu denken und zu arbeiten. Oder sinnvolle Anschaffungen für Eure Arbeit im Kunst-Kontext. Oder eine gemeinschaftliche Klausurtagung für alle Mitarbeiter_innen Eurer Struktur. Oder Ihr wollt den Künstler_innen, die bei Euch arbeiten, mal eine feste Gage zahlen, statt auf den (halbleeren) Hut zu zeigen? Oder in Eurem Umfeld künstlerische Projekte initiieren und hierfür Mittel vergeben – z.B. im von uns erprobten Prozess einer Gemeinsamen Mittelvergabe? Wir denken an solche und ähnliche Beispiele und an immaterielle und unsichtbare Arbeit, an die Förderung von Solidarität und idealistische Selbstverwaltung – und sind sehr gespannt darauf, was Ihr denkt und was Ihr braucht!

Für die Förderung von Kunstproduktionen suchen wir Projektvorhaben, die sich mit den Themen Prekarität, Armut, Kunstförderung, Ökonomisierung von Kunst, Kunst im Kapitalismus o. Ä. beschäftigen möchten oder selbst einen künstlerisch-forschenden Ansatz verfolgen.

Das heißt …

Künstler_innen-Gruppen, Kollektive, Vereine, Orte, Initiativen und andere Arbeitsstrukturen mit Kunst-Kontext bewerben sich bis zum 15.11.2017 bei uns mit ihrem Vorschlag inkl. Kostenplan. Dieser kann sich entweder auf ein Produktionsvorhaben beziehen oder aus einzelnen oder mehreren Maßnahmen bestehen, mit welchen die eigene Kunst-Kontext-Struktur gestärkt werden soll. Wir vergeben insgesamt 35.000,- EUR in diesem Modellversuch.

Für die Umsetzung der Struktur-Vorhaben ist Zeit bis Ende Januar 2018, anschließend erfolgt im Februar 2018 eine gemeinsame Auswertung. Eine Kunstproduktion muss bis Ende Februar zu einer Präsentation oder Aufführung kommen.

Jede_r Antragssteller_in wird bei Bedarf persönlich beraten und im Falle einer Förderung bis in die Auswertung betreut. Wichtig ist: Die Entscheidung über den Erhalt der Mittel (mind. 2.000 €, max 8.000 €) fällen wir zusammen am 18.11.2017 in einer Gemeinsamen Mittelvergabe – was das ist, könnt Ihr hier nachlesen. Wir freuen uns auf Eure Vorschläge!

Forschende Betrachtung und Begleitung!

Diese Ausschreibung ist Teil einer Erprobung unseres in Arbeit befindlichen KKF-Modells. Aus diesem Grund werden wir Euch im Falle einer Förderung forschend begleiten. Ihr solltet daher generell eine Offenheit und Gesprächsbereitschaft mitbringen. Eure Förderungen werden uns als Beispiele und Forschungsgrundlage dienen und sind in diesem Sinne nicht komplett zweckfrei.

Außerdem werdet Ihr während des Projekts von Mentor_innen begleitet, die Euch beratend zur Seite stehen, sich um abrechnungstechnische Details und die Dokumentation kümmern (können). Auch die Auswertungen und Reflexionen Eurer Erfahrungen in Hinsicht auf den kulturpolitischen Vorschlag einer Kunst-Kontext-Förderung erfolgen gemeinsam.

Fragen?

Wenn Unsicherheiten da sind, greift zu Tastatur, Stift oder Telefon und fragt nach. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Hier online bewerben!

Kontakt: info@wemgehoertdiekunst.de

Tel: 0208-9931679

Anschrift:
Kultur im Ringlokschuppen e. V.
– Wem gehört die Kunst? –
Am Schloß Broich 38
45479 Mülheim

www.wemgehoertdiekunst.de

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